Ehrenamtlich - jederzeit einsatzbereit

Ehrenamtlich - jederzeit einsatzbereit © Pauline Thonig30 Kameradinnen und Kameraden, eine regelmäßige Dienstbeteiligung von  80 % und 21 gefahrene Einsätze. Zahlen aus dem letzten Jahr, die sich sehen lassen können. Ist das nicht selbstverständlich oder doch eine beachtliche Leistung?

Die Arbeit einer Feuerwehr besteht schon lange nicht mehr nur aus dem Löschen von Bränden oder der Rettungsaktion einer hilflosen Katze. Ohne richtig ausgebildete Mitglieder in jeglichen Bereichen sind viele Einsätze für eine freiwillige Wehr nicht zu stemmen.

Auch für zusätzliche Aufgaben sind neue Lehrgänge erforderlich. Dazu zählt das Tragen von Atemschutz, die Tätigkeit als Maschinist oder in Frankenthal besonders hervorzuheben, der Einsatz im ABC-Trupp. Doch nicht nur das braucht seine Zeit, auch die freitäglichen Dienste und selbst die Einsätze nehmen viele Stunden in Anspruch. Genau daran nehmen unsere Kameradinnen und Kameraden regelmäßig teil und das mit viel Spaß und Freude. Das ist nicht in allen Freiwilligen Feuerwehren so. Geburtenrückgänge, fehlendes Engagement und schrumpfende Einwohnerzahlen in kleinen Gemeinden sind Probleme, mit denen sich viele Wehrleiter auseinandersetzen müssen. Oft hören sie Sätze wie „Was hab ich denn davon?“ oder „Dafür bekomme ich doch kein Geld und Zeit habe ich auch nicht.“. Ehrenamt lebt aber nicht von Geldzahlungen oder materiellen Bereicherungen, sondern von der Erfüllung einer Herzensangelegenheit. Dennoch sollen durch Vereinskleidung, Plakataktionen oder geldwerte Vorteile Einwohner für die Sache begeistert werden. Bei Einsätzen oder Fortbildungen während der Arbeitszeit müssen Ausgleichszahlungen an den Arbeitgeber getätigt werden und das Einhalten neuer Vorschriften im Bereich der Bekleidung ist sehr kostenaufwendig. Um die Gemeinde im Bereich „Feuerwehr“ finanziell zu unterstützen und eine noch bessere Kameradschaftspflege zu ermöglichen, wurde 2015 der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Frankenthal gegründet. Neben der Öffentlichkeitsarbeit bietet er uns die Chance, Feuerwehr in Frankenthal attraktiv zu machen und mit neuen hilfreichen Geräten zu arbeiten.

Wenn wir jedoch von einer Freiwilligen Feuerwehr sprechen, ist nicht nur die aktive Abteilung gemeint. Durch Doppelmitgliedschaften, E-Learning und das First Responder System soll die Mitgliedersuche modern werden. Doch Konkurrenzkampf zu Sportvereinen und Zeitmangel beginnt schon in der Jugendfeuerwehr. Hier gilt es durch abwechslungsreiche Dienste, interessante Ausflüge und ein gutes Miteinander die Jugend zu begeistern. Im vergangenen Jahr durfte unsere Jugendabteilung 3 Mitglieder der aktiven Wehr überlassen. Eine stolze Zahl, die einen großen Anteil am Erhalt der Einsatzstärke unserer „Großen“ hat.

Nach dem vorangegangenen Text kann man sagen, dass es ganz sicher nicht selbstverständlich ist, solche Zahlen nennen zu können. Ich bin froh, so zeitig erkannt zu haben, wie wichtig eine Freiwillige Feuerwehr ist und wie schnell es passieren kann, dass man sie braucht. Auf 7 Jahre Jugendfeuerwehr zurückzuschauen und nun endlich ein Teil der "Aktiven" zu sein macht mich sehr stolz.

Dieser Artikel entstand im Zusammenhang mit einer Facharbeit in der 10. Klasse zum Thema "Probleme einer Freiwilligen Feuerwehr".